ANALYSE DER MOSLEMISCHEN ARMEEVERLUSTE AUFGRUND DER MINENFELDER UND KAMPFAKTIVITÄTEN


I. Das Thema

Eines der essentiellen Aspekte rund um die kontroverse Srebrenica Operation im Juli 1995 stellt die Zahl an moslemischen Todesopfer während der kritischen Zeitspanne dar, welche normalerweise definiert wird als die Woche, nachdem die serbischen Streitmächte am 11. Juli 1995 Srebrenica eingenommen haben. Ein untergeordnetes Thema ist, ob diese Opfer durch einen oder mehrere gesetzlich unterschiedliche Gründe zum Opfer geworden sind. Wurden diese als wesentlicher Teil von Kampfaktivitäten verursacht, durch mutwillige Exekution als Verstoss gegen das Gesetz und als Sitte im Krieg oder mit der Absicht, einen Völkermord zu begehen? Was auch immer die endgültige Opferzahl sein mag, kann sie als Ganzes einer Exekution zugeteilt werden, was in diesem Fall durch die Anklagevertretung des Internationalen Kriminalgerichts für das Ehemalige Jugoslawien als Akt des Genozids klassifiziert wurde? Oder liegt der Grund eines Teils der moslemischen Opfer bei anderen Ursachen und müssen daher auf unterschiedliche Art betrachtet werden?
Es ist weder die Aufgabe dieser Analyse herauszufinden, wie viele Einwohner der ehemaligen Srebrenica Enklave aufgrund von Exekutionen ums Leben gekommen sind, noch eine Meinung zu definieren, was auch immer die Endzahl an Opfern sein mag, ob nun die rechtliche Definition eines Genozids zutrifft oder nicht.

Das Ziel für diese Präsentation liegt darin, Folgendes zu ermitteln, basierend auf moslemischen und serbischen Aussagen, sowie auf UN und weiteren relevanten Quellen:
[a] Gab es Kampfaktivitäten, welche einen bedeutenden Teil der Enklave Population mit involvierte, was ein Grund für die beträchtliche Opferzahl auf Seiten der Moslems darstellen könnte?
[b] Gab es Minenfelder entlang der Wege des moslemischen Truppendurchbruchs von Srebrenica nach Tuzla, welche ebenfalls erhebliche Opferzahlen hätten verursachen können?
[c] Haben die Truppen gemäss den glaubhaften nicht-serbischen und nicht-moslemischen Quellen bedeutende legitime Opfer erlitten während ihrem Truppenrückzug, welche nicht unter die Rubrik des Genozids oder anderen Exekutionen subsumiert werden können? und
[d] Kann, basierend auf den verfügbaren Daten, eine vertrauenswürdige Schätzung gemacht werden bezüglich der voraussichtlichen Gesamtanzahl dieser legitimen moslemischen Opfer?


II. Der rechtliche Status der moslemischen Streitkräfte

Die komplexe rechtliche Fragestellung rund um die Exekution von Gefangenen und die ordnungsgemässe Klassifizierung dieser Exekutionen innerhalb internationalem Recht, ob dies als Genozid betrachtet oder in eine andere Kategorie eingeteilt werden soll, einmal beiseite lassend, konzentrieren wir uns auf die 28. Divisionstruppe. Diese begann etwa um Mitternacht des 11. Juli 1995 mit dem Versuch eines Durchbruchmanövers von der Srebrenica Enklave in Richtung der von Moslemen kontrollierten Zone in Tuzla.
Es ist ein festgelegtes Prinzip des internationalen Rechts, dass eine Gruppe oder Truppe aus Soldaten sowie Zivilisten ein legitimes Ziel darstellt.

Die Analyse der folgenden Aussagen, die im Nachhinein von Mitgliedern dieser Truppe gemacht wurden, bestätigen, dass die Truppe aus Soldaten sowie Zivilisten bestand:
Mehanović Hašmir, EDS Ort der Zeugenaussage: 00371774
Hasanović Sead, EDS Ort der Zeugenaussage: 03021141
Avdić Enver, EDS Ort der Zeugenaussage: 00371746
Salihović Selvid, EDS Ort der Zeugenaussage: 00371738
Orić Meho, EDS Ort der Zeugenaussage: 01008156
Muminović Sejdalija, EDS Ort der Zeugenaussage: 00371757
Alić Hasan, EDS Ort der Zeugenaussage: 00371752
Salčinović Sadik, EDS Ort der Zeugenaussage: 02112340
Husić Ramiz, EDS Ort der Zeugenaussage: 00813498

Zusätzliche Unterstützung für die Vermutung, dass es sich um eine gemischte Truppe (Soldaten/Zivilisten) handelte, wird vom Militärexperten der Anklage, Richard Butler, geliefert. In Abschnitt 3.21 seines Reports, datiert auf den 1. November 2002, ERN Nummer 03072366, stellt Butler seine Ansicht dar, dass „je nach Quelle 10'000 bis 15'000 Personen eine gemischte [Soldaten und Zivilisten] Truppe bildeten …“, welche entlang der Strecke von Srebrenica nach Tuzla zu entfliehen versuchten.

Es kann daher sicher daraus geschlossen werden, dass die Truppe, die sich durch die Wälder von Srebrenica nach Tuzla zurückgezogen hat, sowohl aus Soldaten als auch aus Zivilisten bestand, und dass sie daher als ein legitimes Ziel erachtet werden muss.


III. Legitime Kampfgefechte der Truppen

Die Behauptung, dass es auf dem Weg Kampfgefechte gab, wobei eine bedeutende Anzahl von Moslems aus Srebrenica gestorben sind, erhält auch Unterstützung vom Hauptermittlungsbeamten der Anklage, Jean-René Ruez.
In einem in der montenegrinischen Zeitung Monitor veröffentlichen Interview, macht Ruez folgende Aussagen:
„Eine bedeutende Zahl [Moslems] wurden im Kampf getötet. Die Zvornik Brigade des VRS Drina Korps hatte Hinterhalte organisiert und dies stellt die grösste Ursache für die meisten Todesopfer während des gesamten Krieges dar. Viele wurden beim Versuch, die Minenfelder zu überqueren, getötet. Eine unbekannte Anzahl Personen beging vermutlich Suizid aus Angst gefoltert und getötet zu werden. Es kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden, dass diejenigen, die kapitulieren wollten, erschossen wurden.“

Ruez fügt anschliessend den folgenden bedeutenden GeButler anerkannte namentlich die gemischte Natur der Truppe und ihren Charakter als ein legitimes Ziel in seiner Zeugenaussage in Popović, Protokoll, S.danken hinzu:
„Wir sollen der Anzahl Leute vertrauen, welche direkt hingerichtet wurden, sobald sie Häftlinge waren. Sie waren Gefangene, Ende der Geschichte.“

Es kann darüber gestritten werden, ob Ruez und die Anklagevertretung schlussendlich an diesem Plan festgehalten haben. Der Grund, weshalb sie es wohl nicht getan haben, ist, dass das konsequente Vertrauen auf diese Vorgehensweise aus ihrer Sichtweise möglicherweise nicht die zufrieden stellende Anzahl von Toten hervorgebracht hätte.

Später machte Ruez im selben Interview zwei sehr bedeutende Aussagen: [1] “Wir sind gezwungen uns vorzustellen, dass die Toten in den Wäldern im Kampf gefallen sind.“ [2] „Wir glauben in den meisten Fällen den Darstellungen der Zeugen…“
Wenn diese zwei Aussagen von Ruez akzeptiert werden, dass [1] diejenigen, welche im Wald verstorben sind, im Kampf umgekommen sind, und dass [2] die Truppen gemischt waren, dann kann man daraus einige Schlussfolgerungen ziehen. Die wichtigste ist, dass die Truppenverluste separat betrachtet werden müssen und nicht zusammen gezählt werden dürfen mit denjenigen, die gemäss Ruez’ eigenen Worten „direkt exekutiert wurden, sobald sie Gefangene waren.“ Die Opfer im Zusammenhang mit dem Truppenrückzug müssen daher von der Gesamtopferzahl abgezogen werden, um die Menge, die in einem Genozidrausch massakriert oder ermordet worden sind, zu erhalten.
Es ist auch nützlich zu wissen, dass Ruez, und als Konsequenz daraus auch die Anklagevertretung, ihren Glauben auf die Darstellungen der Zeugen richten, wovon etliche vorhanden sind, um Aufschluss über die Natur der kampfrelevanten Opfer und deren Ausmass zu erlangen.


IV. Kampfgebiete der Truppe

Ruez’ Zugeständnis, zweifellos unterstützt durch die ihm zur Verfügung stehenden Aufnahmen und Zeugenaussagen der Brigade, dass die Zvornik Brigade die grösste Opfermenge erlitt während des gesamten Krieges an diesen vier Tagen während des Angriffs auf die sich zurückziehenden moslemische Srebrenica Truppe, ist auch von grösster Bedeutung.
Um sich auf die offensichtlichsten Schlüsse zu fokussieren:
Erstens, die Truppe, welche von der “entmilitarisierten Zone” aus weiterging, musste angemessen bewaffnet gewesen sein, um den serbischen Streitmächten solche Opfer zuzufügen, indem sie versuchten sie anzugreifen.
Zweitens, für die serbische Seite mussten die Kämpfe doch ziemlich heftig gewesen sein, um solch einen bedeutenden Verlust erlitten zu haben. Falls es tatsächlich so war, mussten daraus logischerweise ebenfalls mindestens verhältnismässige Verluste auf moslemischer Seite resultiert haben.

Die nächste Frage müsste daher lauten: An welchen Orten fanden diese Kampfaktivitäten statt? Diese Frage wurde vergeblich dem Militärexperten der Anklage, Richard Butler, gestellt, nachweislich gemäss seiner Aussage in der Verhandlung von Popović et al. am 23. Januar 2008:

Q. Mit allem Respekt Ihrer Analyse gegenüber, haben Sie jemals untersucht, wie viele militärische Kampfaktivitäten es gab mit Rücksicht auf die Armee der bosnischen Muslime, welche Srebrenica und Potocari von Susnjari und der VRS aus verliessen?

A. Nein, Sir. Ich war niemals mit einem Prozess beauftragt, um eine schrittweise Nachkalkulation von jedem einzelnen Gefecht der Armee zu machen.

Wir sind glücklicherweise in einer Position, um Herrn Butler helfen zu können. Wir haben 33 Zeugenaussagen von Moslems ausgewertet [diejenigen Darstellungen, gemäss Herrn Ruez oben, müssten geglaubt werden]. Sie sind Militärmitglieder aus Srebrenica, die es nach Tuzla geschafft hatten oder zu anderen Sicherheitspunkten und gemäss denen die Gefechte mit den Serben während ihrem Rückzug an folgenden Orten statt gefunden hatten:
- Konjević Polje > Kaldrmica
- Sandići > Udrč-Baljkovica Strasse
- Jadar Gebiet > Snagovo
- Buljin > Jaglić
- Wald nahe Buljin > Crni Vrh
- Baljkovica > Cerska
- Lipanj > Dorf Šiljkovic
- Sućeska > Dorf Pervani
- Kravica > Velja Glava


V. Kampfaktivitäten entlang des Rückzugweges

Anhand der Aussagen von Truppenüberlebenden gegenüber diversen Behörden in der moslemisch kontrollierten Zone, gab es einen immerwährenden Kampf entlang des Pfades von der Srebrenica Enklave quasi auf dem gesamten Weg nach Tuzla.
Es muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es, basierend auf unseren Untersuchungen des EDS Materials, uns ermöglicht wurde, lediglich 33 Aussagen zu finden, die diese Streitfrage bekräftigen. Es ist daher vernünftig davon auszugehen, dass Hunderte weiterer Aussagen in anderen Archiven vorhanden sind. Eine Auswertung ist das normale operative Vorgehen bei solchen Umständen. Einige Tausend Mitglieder der Armee haben das Gebiet zu einem moslemisch kontrollierten Territorium gemacht und es ist daher auch sicher anzunehmen, dass viele von ihnen, wenn nicht sogar die meisten von ihnen – jedoch sicherlich mehr als 33 – von verschiedenen Behörden befragt worden sind und sie ihre Aussagen darüber gemacht haben, was sie beobachtet hatten.
Zusätzlich haben wir einen Grund zu glauben, dass sich mindestens sieben ähnliche Aussagen, die die Beobachtungen entlang der Rückzugsroute beschreiben, in den Akten der Human Rights Watch befinden. Es wurde eine Nachfrage an die Human Rights Watch geschickt, um diese Aussagen zu erhalten, jedoch habe sie nicht geantwortet.
Aber sogar die ziemlich karge Datenbank von 33 Zeugen offenbart ein dramatisches Abbild von heftigen Kämpfen und schweren menschlichen Niederlagen und Opfern entlang der Rückzugsroute der Truppen.


GEFECHTSSCHAUPLÄTZE UND GESCHÄTZTE OPFERZAHLEN

Kamenica
Ademović Ševal: 200-250
Alić Hasan: 6 Tote, 7 Schwerverletzte
Dedic Sulejman: Grosse Anzahl Toter und Verwundeter
Hasanović Sead: „Viele“ Leichname beobachtet, mindestens 100 in der Nähe des Baches
Jusufović Azmir: 300 Tote, 100 Verwundete
Kovačević Sdik: Ca. 200 Todesopfer
Memišević Nurif: 2000-3000 Tote
Muminović Behudin: 6 Leichen
Muratović Kadrija: “Tausende” von Toten
Osmanović Ramo: Einige hundert Tote und 300-400 Verwundete
Ramić Sado: Ungefähr 1000 Opfer
Salkić Abdulah: Einige hundert Opfer

Konjevic Polje
Ademović Bekit: „Viele Leichen“
Alić Melvid: Viele Tote und Verwundete entlang der Strasse nach Baljkovica
Smajlović Muhamed: Ungefähr 500-1000 Tote

Lipanj
Hasanović Sead: „Viele tote Körper“

Sandici
Muminović Behudin: Sah ein Massengrab von ungefähr 500 Leichen
Smajlović Muhamed: Geschätzte 200 Tote
Zukanović Bego: Sah 5 sterben; später „mehrere“ Getötete

Gebiet um Jadar
Jusufović Azmir: Einige Tote, keine Schätzung

Buljin
Avdić Enver: 1000 Opfer
Kovačević Sadik: 30 Opfer
Mehanović Hasmir: Ungefähr 100 Tote
Osmanović Nazif: 100 Tote und viele Verwundete
Ramić Sado: 50 Opfer
Smajlović Muhamed: 30 Tote, 45 Verletzte

Wald nahe Buljin
Mehanović Hasmir: 20 tote Männer

Gebiet um Susnjar
Mustafić Husejn: „Hunderte von Opfern“


Baljkovica
Dedić Sulejman: Leichen und unangenehmer Geruch
Hakić Nermin: Sah Männer umgebracht werden, keine Schätzung
Mehanović Hasmir: 5 tote Soldaten und Zivilisten
Mustafić Husejn: 5 Tote
Salkić Abdulah: Auf der Strasse von Kamenica, einige Hundert Leichen
Smajlović Muhamed: Viele schwarze und aufgedunsene Körper

Suceska
Alic Melvid: Erschossen durch die Artillerie, keine Todesopferschätzung

Kravica
Ademović Ševal: „Viele Tote und Verwundete“
Husić Ramiz: 12 Suizide
Kadrić Midhat: „Grosse Anzahl Getöteter“
Memišević Nurif: „Viele Leute“ getötet und verstümmelt in Artilleriebeschuss
Mustafić Husejn: „Viele Tote und zerstümmelte Körper“
Orić Fadil: „Einige Hundert“ Todesopfer

Kaldrmica
Halilović Suljo: 1000 Tote und einige hundert Verwundete

Udrc-Baljkovica-Strasse
Salihović Selvid: „Einige hundert Leichen“

Crni Vrh
Hakić Nermin: Beobachtete, wie Männer entlang der Strecke von Srebrenica umgebracht wurden

Snagovo
Ademović Ševal: Tote Körper und viele Verwundete
Dedić Sulejman: Grosse Anzahl von Toten, welche einen unangenehmen Geruch von sich geben
Jusupović Šefik: 18 Getötete
Osmanović Nazif: „Viele Tote und Verwundete“

Jaglic
Halilović Osman: Hörte von vielen Toten und Verwundeten
Muratović Kadrija: 3 Tote und viele Verwundete

Dorf Siljkovic
Halilović Osman: Hörte, dass es dort 30 Tote und 42 Verwundete gab

Dorf Pervani
Memišević Nurif: 6 Tote

Velja Glava
Ramić Sado: 20 Tote

Lolici-Strasse
Memisević Nurif: 200 Tote

Cerska
Avdić Enver: Ungefähr 100

Unbekannte(r) Ort(e)

Alić Hasan: Ungefähr 1000 Opfer, 8 km von Kamenica
Efendić Mensur: Beobachtete Dutzende von Leichen entlang der Strecke Halilović Osman: Beobachtete 30-40 Leichen und 20 Suizide
Husić Ramiz: 44 Körper, 10 Verletzte
Jusupović Šefik: „Hunderte von toten Moslems“ im Wald
Kovačević Sadik: Ungefähr 300
Kadrić Midhat: Ungefähr 500 Getötete
Muratović Kadrija: Tote und verstümmelte Leichen im Wald
Orić Meho: 70 Tote
Salčinović Sadik: 6 Tote
Vejzovič Gadafi: „Hunderte von toten Körpern“ im Wald
Muminovič Sejdalija: 5 Tote an einem Ort und „eine beträchtliche Anzahl“ von Todesopfern und Verwundeten an einem anderen

Eine zusammenfassende Beurteilung von diesen Todesfällen wird am Ende gemacht werden. Offensichtlich müssen diese Beobachtungen und Schätzungen mit grosser Vorsicht behandelt werden und sie sollten nicht zu hoch bewertet werden, da deren Wahrheit möglicherweise nicht komplett nachgewiesen werden kann. Aber sie zeigen einen gewaltigen Eindruck von regelmässigen Zusammenstössen und enormen menschlichen Verlusten, verursacht durch diese Aufeinandertreffen. Diese Verluste müssen mit einem juristischen Charakter versehen werden und ebenfalls ihren eigenen separaten Platz auf dem Konto der Opferanzahl erhalten.


VI. Die Gegenwart von Minenfeldern auf dem Weg der Armee

Bei unserer ersten Informationsquelle über die Armee und ihre Verluste durch die 33 Aussagen der Überlebenden, finden wir Hinweise auf das Vorhandensein von Minenfeldern und zu den Opfern, die durch sie verursacht wurden. Die folgenden moslemischen Zeugen erwähnen ausdrücklich Minenfelder:

Hasanović Sead: Geäusserte Furcht vor Landminen
Jusufović Azmir: Durchgang auf die moslemische Seite musste entmint werden
Efendić Mensur, Memićević Nurif, Husić Ramiz: Überquerten ein Minenfeld mit einer grossen Gruppe

In Wahrheit war der Rückzugsweg der Truppe so verseucht mit Minenfeldern, dass gemäss dem Militärexperten der Anklage, Richard Butler, die Überbringung der Überreste der durch die Minen Getöteten in gesicherte Gebiete erschwert war „wegen dem Ritus und der Minenbedrohung“.
Zusätzlich zu den Aussagen der Truppenüberlebenden gibt es ebenfalls einen offenkundigen Protokolleintrag eines Belegschaftsmitglieds der 28. Division, welcher auf das Vorhandensein von Minen verweist. Es wird dabei festgestellt:
„Die Truppe brach von Jaglic auf und Vejz ging durch das Minenfeld bei Buljina, wobei er sie klar mit Kleidungsstücken markierte. Vejz führte die Truppe und wir gingen alle nach Udrc. Der Stab der Division, der Präsident der Gemeinde, Osman SULJIC, Ejuf GALIC und ich waren hintendran.“

Serbische Quellen beziehen sich auch ausdrücklich auf das Vorhandensein von Minenfeldern. Das Folgende ist eine Übersicht:
[1] In einer direkten Rückmeldung zum oben erwähnten moslemischen Report, kam ein Bericht am 13. Juli 1995 über den Befehl der Lage der Drina Truppe heraus:
„Am 12. Juli diesen Jahres, um 1945 Uhr, wurde ein Funknetz von einer Einheit der 28. Division aktiviert; während des Morgens, ungefähr um 0500 Uhr, kam diese Einheit über unser Minenfeld in den Bereich der /?Ravni Buljim/ bei der Verbindungsstelle zwischen den Milic und Bratunac Brigaden.“
[2] Im gleichen Stil ist das Vorhandensein von Minenfeldern auf der Minenfeldkarte der Bratunac Brigade markiert, welche als Beweisstück der Anklage im Blagojevic Prozess präsentiert worden ist.
[3] Während die Minenfeldkarte der Bratunac Brigade die Orte der Minen behandelt, musste die moslemische Truppe in der ersten Phase ihres Marsches diese durchqueren. Es gibt daher auch einen Beweis, dass die Gefahr, die von den Minen ausging, unvermindert anhielt, wenn sie die Zuständigkeitszone der Zvornik Brigade weiter im Norden erreichte. Die Tatsache, dass es im Gebiet der Zvornik Brigade Minenfelder gab, mit welchen sich die Truppe auseinander setzen musste, wurde von Brano Djuric bestätigt, einem Mitglied aus der Technik-Abteilung der Zvornik Brigade. Er behauptete ebenfalls, dass er die Skizzen der Minenfeldstandorte gemacht habe.
[4] Die Tatsache, dass die Zvornik Brigade einen Vorrat von Minen besass, ist dokumentiert.
[5] Ein Eintrag, vorgenommen vom Militärpolizei-Kommandanten Ljubisa Borovcanin, zeigt auf, dass die Grenzzone der Enklave vermint war und dass ein Pfad gereinigt werden musste, um den serbischen motorisierten Streitkräften den Zugang zu erlauben: „Zwischen 0500 und 0630 Uhr reinigten Pioniere der Bratunac Brigade, angeführt von Kapitän GAVRIC, eine Passage durch ein Minenfeld oder durch Gruppen von Minen in Richtung Budak oder sofort um die Zuti Most-Potocari-Strasse. Mitglieder der ersten Kompanie der Zvornik Spezial-Polizeieinheit, angeführt durch einen Pionier der Bratunac Brigade, brachen durch die gereinigte Passage in Richtung Potocari auf, um die Bedingungen für die Einführung von Eisenwaren zu ermöglichen. Als Arbeitskräfte dorthin gebracht wurden, trat ein Pionier auf eine PROM/gegen Personen gerichtete kräftige Splittermine/-1. Er wurde in die Bratunac Klinik gebracht, wo er starb. In gewisser Hinsicht verlangsamte dieser Vorfall den Vormarsch.“
Wiederum wird erwähnt, dass die Minen so zahlreich waren, so dass sie sogar serbische Opfer verursachten.
[6] Der Sicherheits- und Nachrichtenoffizier der Bratunac Brigade, Momir Nikolic, berichtet, dass er über die moslemische Truppenbewegung informiert war „durch Minenfelder durch die Kampflinien in Richtung Konjevic Polje.“ Es sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass Nikolic ein Zeuge der Anklage ist und dass die „Tatsachenaussage“, als diese Behauptung gemacht worden ist, durch ihn in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft verfasst wurde.
[7] Es gibt ebenfalls einen Report der Zvornik Brigade, datiert auf den 8. Juli 1995, über „Minenfeld-Unterhalt … in Bearbeitung“, was logischerweise die Existenz von Minenfeldern im Verantwortungsbereich der Brigade impliziert.
[8] Die Tatsache, dass die Srebrenica Enklave von Minenfeldern umgeben war, wurde von Radenko Ubiparipović im Verlaufe des Ausschussverfahrens des Amerikanischen Immigrationsgerichtes bestätigt, wo er aussagte: „Es gab Minen rund um die sichere Zone herum. Auf beiden Seiten lagen Minen.“
[9] Der Überfluss an Minen und Minenfeldern wurde ebenfalls durch den Zeugen der Anklage DP–105 beim Blagojević Gerichtsverfahren bestätigt. Er sagte, dort seien „viele Minenfelder“, einige der Minenfelder bestanden bereits aus früheren Kämpfen her, und dass Minenfelder im Gebiet Konjević Polje vorhanden waren, was bedeutend sein dürfte, wegen der vielen Personen, die die Konjević Polje Strasse überquerten und die enormen Verluste, die durch sie verursacht worden sind. Dieser serbische Zeuge bemerkt wiederum an, dass sogar die serbischen Streitmächte, welche die Minen gelegt hatten, nur langsam vorankamen mit Dislozierungen, um die moslemischen Truppen angreifen zu können, da „das zu überquerende Terrain sehr unzugänglich war, und da waren zusätzlich noch die Minenfelder.“ Er sagte ebenfalls erstaunlicherweise, dass „dieses Gebiet Minenfelder enthielt, deren Ort wir nicht kannten. Dies ist auch der Grund dafür, weswegen wir Einschränkungen für gewisse Strassen erhielten, zum Beispiel Dorfstrassen und ähnliche Zonen.“
[10] Oberst Nedeljko Trkulja sagte in seiner ICTY Befragung aus, dass am 16. Juli 1995 entschieden wurde, ein Korridor als Passage für die moslemischen Truppen zu bilden. Daher wurde ein Pfad für sie durch die Minenfelder geräumt.
[11] Zoran Jovanović sagte ebenfalls im Zusammenhang mit der Enklave Umzäunung aus, dass „zuvorderst an der Verteidigungsfront Minenfelder waren. Und es würde viel Zeit beanspruchen, dieses Gebiet davon zu reinigen, die Minen zu entfernen, sie davon abzuhalten, dort hindurch zu gehen. Wir mussten in mindestens einem Abschnitt von diesem Feld die Minen entfernen, um die Truppen passieren zu lassen.“ Diese Empfehlung galt für serbische Truppen, die in Richtung Srebrenica unterwegs waren, aber selbstverständlich wurde dasselbe Prinzip auch umgekehrt angewendet.

Des Weiteren bezieht er sich auf das Vorhandensein von „Minenfeldern überall, sowohl vor unserer Verteidigungsfront als auch vor derjenigen des Feindes … niemand wagte eine angemessene Durchsuchung des Geländes.“
Zusammenfassend erscheint als undiskutierbar, dass Minenfelder existierten auf den Pfaden der sich zurückziehenden Truppen. Es gibt Zeugen aufgrund unterschiedlichster Quellen, dass die Truppen in den Kontakt mit Minenfeldern kamen und dass einige der Verluste sich auf die Minen zurückführen lassen. Es gibt ebenfalls Beweise, dass die Minen in solchen Unmengen und über grosse Distanzen verstreut waren, dass sogar die serbischen Streitkräfte, die sie selbst gelegt hatten, zu grösster Vorsicht verpflichtet waren und sogar Verluste erlitten von ihren eigenen Minen.


VII. Berichte über die erlittenen Verluste der sich zurückziehenden moslemischen Truppen

Nachdem der Beweis aufgezeigt worden ist, dass die moslemischen Truppen, die sich von Srebrenica zurückgezogen haben, in Kämpfe verwickelt worden sind, dass sie zahlreiche Minenfelder überqueren mussten und dass sie beachtliche Verluste hinzunehmen hatten, ist es an der Zeit die Meinungen von Zeitgenossen und erfahrenen Beobachtern aufzuzeigen bezüglich des Ausmasses dieser Verluste.


VII- Berichte über erlittene Verluste der sich zurückziehenden moslemischen Armee

Nachdem Beweise vorgelegt worden sind, dass die sich von Srebrenica zurückziehende moslemischen Truppe in einen Kampf verwickelt worden ist, dass sie zahlreiche Minenfelder überqueren mussten und dass sie zugegebenermassen einen erwähnenswerten Verlust erlitten haben, ist es an der Zeit, die Meinungen von einigen Zeitgenossen und erfahrenen Beobachtern darzulegen bezüglich des Ausmasses dieser Verluste.
Die aktuellste zuverlässige und verfügbare Quelle zu diesem Thema ist der schriftliche Bericht vom 17. Juli 1995 eines UN Beamten in Tuzla, Edward Joseph, welcher an Michel Moussalli und an das UNPROFOR Büro in Tuzla gerichtet ist. Joseph bezieht sich in seinem Bericht auf die Ankunft von „serbischen Männern“ in Tuzla und kommentiert dies folgendermassen: „5000 bis 6000 kamen letzte Nacht in das vom BiH 2 Korps kontrollierte Gebiet im südlichen Sapna (16. Juli).“ Dann erläutert er: „Bis zu 3000 wurden auf dem Weg dorthin getötet, die meisten durch Minen und BSA Angriffen. Eine unbekannte Anzahl wurde gefangen genommen. Einige begingen Selbstmord. Wiederum eine unbekannte Menge ging nach Zepa.”
In der Beweisführung im Popović Verfahren betonte der Militärexperte der Anklage, Richard Butler, dass er keine Analyse über die Militärverluste von Bosnien-Herzegowina erstellt hätte. Er verneinte namentlich die Frage der Verluste studiert zu haben, welche die Truppen erlitten haben könnten aufgrund der Landminen. Er verneinte ebenfalls eine Zählung der militärischen Operationen durchgeführt zu haben, welche ebenso die Verluste auf moslemischer Seite hätten verursachen können. Im Kreuzverhör gab er den gemischten Charakter der Armee zu und ihren Status als legitimes Ziel. Butler gestand auch ein, basierend auf seinem „Wissen bezüglich der Situation, dass die Zahl [der Opfer] für jeden einzelnen Kampf hoch war.“ Auf den Druck hin, seine eigene denkbare Schätzung der Truppenverluste in Bezug auf diese Kampfaktivitäten darzustellen, antwortete Butler: „Ich bin mir keiner exakten Zahl bewusst, aber die spezifische Zahl von 1000 bis 2000 tönt vernünftig, in Bezug auf den Kampfzusammenhang, dessen ich bewusst bin.“ Er beschränkte diese Verlustschätzung auf die Zeitspanne vom 12. bis 18. Juli 1995.
Weitere Schätzungen sind im „UNMO HQ Lagebericht“, datiert auf den 18. Juli 1995, vorhanden. Dieser wurde durch einen gewissen Hauptmann Hassan verfasst. Es ist offensichtlich ein Lagebericht über das gesamte Bosnien-Herzegowina, welcher Berichte von UNPROFOR Beobachtern zusammenfasst, die in den unterschiedlichsten Gebieten des Landes positioniert waren. Auf Seite 19, unter dem Titel „Andere bedeutende/relevante Informationen“, werden Berichte von der Zone um Srebrenica zusammengestellt. Dabei wird ausgesagt, dass vom 10. bis 11. Juli zwischen 12'000 und 15'000 Männer die Enklave verlassen hatten, wobei von denen rund 3000 bewaffnet waren. Es wird geschätzt, dass 3000 „durch Minenfelder, Heckenschützen und Hinterhalte mit der BSA getötet worden sind.“ Es wird dabei auf einen typischen BSA Hinterhalt in Konjević Polje verwiesen. Ein Kommentar wurde dabei hinzugefügt, dass diese Zahlen gerne im Zusammenhang mit den tatsächlich sich Zurückziehenden und Bewaffneten übertrieben worden seien und diese Menge durch zehn geteilt werden müsste. Keine Erklärung wird hingegen für diese Empfehlung der drastischen Reduktion dieser Ziffer gegeben, welche durch Befragungen mit Armeeüberlebenden erhoben werden konnten, und genauso wenig ist ein Grund ersichtlich, diesem Hinweis Folge zu leisten.
Gerade im Falle von Berichten von direkt Beteiligten im Marsch von Srebrenica nach Tuzla ist grosse Vorsicht geboten im Zusammenhang mit den von fremden Beobachtern und Experten angegebenen Zahlen. Aber sogar ihre Schätzungen der Armeeverluste belaufen sich auf 1000 bis 3000. Sogar wenn die niedrigere oder eine mittlere Zahl akzeptiert würde, würde dies immer noch eine beträchtliche Menge von menschlichen Verlusten darstellen, die durch die Moslems erlitten werden mussten während der relevanten Zeitspanne. Diese Zahl müsste von dem Opfertotal von Srebrenica, welche angeblich im Verstoss gegen das Kriegsgesetz und Kriegsverhalten exekutiert worden sind, abgezogen werden.

APPENDIX:

JULI 1995; Zeugenaussagen der Mosleme in Srebrenica (0046–4515)
[Bericht über legitime Verluste der moslemischen Truppen]


Jasarevic, Fehim #92
12.7.1995: Kamenica, am Abend; die Serben eröffneten das Feuer, er schätzt ungefähr 5000 Getötete

Jusufovic, Azim #93
13.7.1995: Kamenica, er sah ungefähr 300 Getötete unter dem Beschuss der Serben

Muhic, Azem #97
12.7.1995: Ungefähr 3500 Tote als Resultat des Beschusses durch die Serben im Gebiet von Kamenica

Mustafic, Idriz #100
12.7.1995: Um 0900 Uhr greifen die Serben bei Buljim an, er sah 60-80 Leichen.
13.7.1995: Nachdem eine 10'000 Mann starke Truppe in Konjevic Polje angekommen ist [gezählt vor und nach der Überquerung der Strasse], überquerte die Truppe den Fluss [Name unbekannt], in welchem es „viele Ertrunkene“ hatte, weil das Überqueren in der Nacht stattfand

Ridzic, Ramo #101
11.7.1995: Eine erste Truppe von 1000, viele von denen waren bewaffnet, kamen im Gebiet um Buljim-Nova Casaba in einen Hinterhalt und in der Folge des serbischen Angriffs wurden ungefähr 700 getötet

Salihovic, Jusuf #102
Um den 13.7.1995 herum: In der Nähe von Baljkovica sah er ungefähr 100 Leichen, weitere 50 in einem Bach

Salihovic, Safedin #103
11. oder 12.7.1995: Während die Truppe die Konjevic Polje Strasse überquerten, wurden mindestens 500-600 getötet

Sinanovic, Sabrija #106
Kein Datum: Bei Baljkovica wurden bei einem Beschuss ungefähr 100 getötet und 100 verwundet

Stocevic, Mirza #109
11. oder 12.7.1995: Bei Buljin wurde eine moslemische Truppe angegriffen, der Zeuge war an der Spitze der Truppe und konnte nicht sehen, wie viele Opfer es gab, jedoch wurde ihm durch andere erzählt, dass “die Opfer in die Hunderte gingen“

Suljic, Mevludin #110
12.7.1995: Hinterhalt bei der Konjevic Polje Strasse – 400 bis 500 Getötete

Orlovic, Sahin #129
12.7.1995: Serbischer Angriff bei Siljkovici-Kamenica: „Viele Tote“
13.7.1995: Er sah „Hunderte Toter und Verwundeter“ in der Nähe des Siljkovac Flusses

Basic, Adem #63
12.7.1995: In der Nähe von Kamenica wurden in einem serbischen Hinterhalt „Hunderte getötet“ und noch mehr verwundet; ungefähr zwei Stunden später wurden aufgrund eines serbischen Beschusses ungefähr 100 getötet; später starben im Gebiet um Kamenica ungefähr 1500

Basic, Husejn #68
13.7.1995: sie wurden durch die Serben in einen Hinterhalt gelockt, ungefähr 1000 wurden an diesem Tag umgebracht

Cosic, Muharem #72
13.7.1995: Bei Jadar in einen Hinterhalt, 500-600 Getötete
14.7.1995: Bei Baljkovica in einen Hinterhalt, 150 Getötete

Dautovic, Osmo #74
Kein Datum: Bei Buljim, “Hunderte” Getötete im Hinterhalt


Stephen Karganović


Analyse der moslemischen Truppenverluste aufgrund der Minenfelder sowie Kampfaktivitäten

Am 12. Juli 1995, einen Tag, nachdem die serbischen Streitkräfte Srebrenica eingenommen hatten, verliess eine Truppe aus Soldaten und Zivilisten aus geschätzten 12’000 bis 15’000 Personen zu Fuss das Territorium der Enklave in einem versuchten Ausbruch durch das gebirgige Terrain, um das moslemisch kontrollierte Terrain in Tuzla zu erreichen, ungefähr 60 km im Nordosten. Auf dem Weg dorthin hatte die Truppe verschiedene militärische Gefechte mit den serbischen Streitkräften und sie mussten einige Verluste beklagen. Gemäss einigen Aussagen von Truppenüberlebenden, welche Tuzla zu erreichen vermochten, ist das Ausmass der beigefügten Verluste der Truppe – hauptsächlich aufgrund von Minenfeldern, Meinungsunterschiede innerhalb der Truppe und Hinterhalte durch serbische Truppen – nachzuvollziehen.
Aussagen über Truppenverluste durch internationale Beobachter vor Ort, die Einsicht in die örtliche Situation hatten, sind ebenfalls vorhanden. Es wird daraus die Schlussfolgerung gezogen, dass, solange kein exaktes Abbild der Tatsachen möglich ist, die Truppenverluste erheblich waren und in die Tausende gingen. Unter dem Sichtpunkt des internationalen Rechts sind erlittene Kampfverluste von gemischten Truppen, bestehend aus Soldaten sowie Zivilisten, als legitim zu erachten, insbesondere da sich die Opferzahl implizit mit den Schätzungen der Opfer aufgrund der serbischen Exekutionen verbindet.
Die gebührende Aufmerksamkeit muss dieser Hauptquelle der Todesopfer auf moslemischer Seite geschenkt werden, welche weder als Massaker noch als Genozid qualifiziert werden kann. 

Die Landkarte stellt die Hauptrichtungen des VRS Anschlages auf die Srebrenica Enklave dar und die 28. Division, gemischt aus Soldaten und Zivilisten, welche sich in Richtung Tuzla im Juli 1995 zurückzieht.

* Präsident des holländischen historischen NVO Srebrenica Projekts, ansässig in Den Haag, Niederlande.
Meinung des Militärexperten der Anklage, Richard Butler: „Ich würde denken, dass gemäss meiner Situationskenntnisse die Anzahl [der Opfer, die sich auf rechtmässige Militärgefechte beziehen – SK] sehr hoch ist für jegliche Art von militärischen Vorgängen,“ Popović et al., Protokoll, 23. Januar 2008, S. 20250, Zeilen 23–25.
Die Referenznummern sind EDS [Electronic Disclosure System], ICTY Dokumenten-Datenbank.
20244, Zeilen 19–25 und S. 20245, Zeile 1.
Monitor, 19. April 2001; ERN Nummer 06038344.
S. Fussnote 4.
S. Fussnote 4.
Popović et al., Protokoll, 23. Januar 2008, S. 20243.
Popović et al., Protokoll, 23. Januar 2008, S. 20244, Zeilen 7–18.
[1] Ekrem Salihović, Tuzla, 24. Juli 1996.
[2] Mensur Memić, Tuzla, 24. Juli 1996.
[3] Ramiz Masić, Tuzla, 3. Juli 1996.
[4] Senad Grabovica, Tuzla, 24. Juli 1996.
[5] Muhamed Matkić, Gornja Tuzla, 19. Juli 1996.
[6] Dr. Ilijaz Pilav, Vogošća, 24. Juli 1996.
[7] Ramiz Bećirović, Živinice, Juli 1996.
Popović et al., Protokoll, S. 20252, Zeilen 17–20 und 24–25 und S. 20253, Zeile 1.
ERN Nummer 0308–3682.
ERN Nummer 0308–3838.
Blagojevic und Jokic, OPT Beweisstück 617.
Es ist ebenfalls wichtig, das Vorhandensein von Minen in den Gegenden der Zvornik Brigaden zu dokumentieren, weil beim Kreuzverhör der Militärexperte der Anklage, Richard Butler, die Darstellung festsetzte, dass „wir fähig waren zu schlussfolgern, dass, hauptsächlich betreffend Zvornik, bei den Individuen, welche aus diesen Hauptmassengräbern waren und weiteren dazu assoziierten Opfern … keine Charakteristika von Kampfverletzungen angetroffen wurden, sondern in Tat und Wahrheit wiesen sie die Charakteristika auf von Opfern aus Verbrechensschauplätzen,“ Popović et al., Protokoll, S. 20250, Zeilen 6–10.
Blagojevic und Jokic, 15. Juli 2004, Protokoll, S. 11’963–11’979.
ERN Nummer 0084–6748.
ERN Nummer 0308–2252.
ERN Nummer R042–7397.
ERN Nummer 0081–1224.
Ausschussverfahren des Amerikanischen Einwanderungsgerichts, in Sachen Radenko Ubiparipovic, Akte A75 067 541, S. 132.
Blagojevic und Jokic, 3. Juni 2004, Protokoll, S. 10'265.
Am selben Ort, S. 10’264.
Am selben Ort, S. 10’222.
Am selben Ort, 1. Juni 2004, S. 10'075.
Am selben Ort, 1. Juni 2004, S. 10'082.
ICTY Befragung mit Nedeljko Trkulja, 28. September 2005, S. 10.
Blagojevic und Jokic, 25. Mai 2004, S. 9868.
Am selben Ort, S. 9869.
ERN Nummer R043–3424.
Popović et al., Protokoll, S. 20248, Zeilen 24–25, S. 20249, Zeilen 1–2.
Am gleichen Ort, S. 20248, Zeilen 1–5.
Am gleichen Ort, S. 20243, Zeilen 17–22.
Am gleichen Ort, S. 20244, Zeilen 22–25 und S. 20245, Zeile 1.
Am selben Ort, S. 20250, Zeilen 23–25.
Am selben Ort, S. 20251, Zeilen 6–8.
Am selben Ort, S. 20251, Zeilen 12–14.
ERN Nummer R003–8723.
Die ERN Nummer bezieht sich auf den Referenz-Code des Dokuments, welcher in der EDS-Datenbank [Electronic Disclosure System] des ICTY verwendet wird.